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Erfolg Macht Sexy! Abi 2003 am Gymnasium Vogelsang Solingen

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Christoph Hartwig

LK-Fahrt Bericht Mathe an die Ardèche Wahrscheinlich wussten Sie es bereits, aber ich werde es trotzdem noch einmal sagen. Der Zeg ist das Wiel! Dieser dem Buddhismus zu entspringen scheinende Satz war wohl die kulturell hochwertigste Errungenschaft, was allerdings nicht unbedingt als schlechtes Zeichen angesehen werden muss. Wie es dazu kam? Nun, das ist eine lange Geschichte… Es war einmal ein Mathematik-Leistungskurs, der, wie so viele vor diesem, die Entscheidung treffen musste, wohin die Kursfahrt seine Schüler führen sollte. Die anderen Lks hatten es da einfacher; einen LK Englisch führt es zwangsläufig nach England, auch im Fach Geschichte gibt es genug Reiseziele mit einem Fach-Bezug. Aber Mathe? Welches Land oder auch welche Gegend ist schon stolz auf seine mathematischen Wurzeln? Wohl keines, so dass wir freie Hand mit unserer Entscheidung hatten. Nach langem Hin und Her entschieden wir uns schließlich für Frankreich, genauer gesagt für Kanufahren auf der Ardèche in Südfrankreich. Und so, eines Sonntags Abend, machten wir uns auf die lange und beschwerliche Reise ins uns geographisch und geistig so ferne Frankreich. Herrn Fuchs sei Dank mussten wir nicht laufen, sondern durften Bus fahren. Erster Halt auf der Reise war dann ein Rastplatz nahe Köln, wo auch unsere allseits beliebte (keine Ironie!) betreuende Lehrerin Frau Schmitt zustieg. Sie war zwar an diesem Abend auch schon einmal in Solingen, ihr Gepäck jedoch nicht… Doch diese kleine Angelegenheit sollte kein Vorzeichen für die restliche Reise sein, die größtenteils zwischenfallsfrei ablief, da keine möglichen Störenfriede wie 8. Klassen einer uns unbekannten Realschule oder aufdringlich Reiseveranstalter anwesend waren, und tatsächlich kamen wir nach fast 15-stündiger Reise auf unserem Campingplatz an. Nachdem wir unterwegs bereits auf regnerisches Wetter vorbereitet wurden, empfing uns strahlender Sonnenschein, gute französische Küche (okay, es war nur Baguette und Rosé), die Aufgabe zwei Zelte aufzubauen und natürlich die zum Schwimmen einladende Ardèche. Die Belegung der Zelte (angeblich für 8 Personen, dafür müsste man allerdings stapeln…) gestaltete sich recht einfach, da in unserem Mathe-LK die Frauenquote nicht wirklich erfüllt wurde. 5 zu 17, ohne begleitende Lehrer. Für all jene, die nicht die Gnade eines Mathe-Lks erleben durften, wird hiermit die unheimlich wichtige Information nachgeliefert, dass wir also zu 24. waren. Die restlichen Stunden dieses Tages gingen dann mit Sonnenbaden am nahegelegen Strand, tatsächlichem, ursprünglichem Baden im viel zu kalten Wasser der Ardèche, einem gehaltvollen, wenngleich auch unkreativen Abendessen, sowie dem unverzichtbaren abendlichen Aufenthalt am Strand mit Lagerfeuer, Musik und Getränken jedweder Art zu Ende. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhange die kurze theoretische Unterweisung im Kanufahren die uns mit mehr Fragen als Antworten konfrontierte, so dass wohl der Eine oder Andere mit einem mulmigen Gefühl im Magen zu Bett (oder Luftmatratze) ging. Am nächsten Morgen ging es dann nach einer gesunden und leckeren Kombination deutscher und französischer Frühstückskultur (Baguette und Nutella) zu ersten praktischen Übungen in der Kunst des Kanuaufpumpens und, viel wichtiger, des Fahrens. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde dann auch die Integration der Humboldt-Schüler abgeschlossen, die sich auch zuvor schon als größtenteils pflegeleicht und gutartig herausgestellt hatten. Womit die Hauptaufgabe, aus unserem Mathekurs eine aufeinander eingeschworene Gemeinschaft zu schaffen, auch schon erfüllt war, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch zur heiteren und lockeren Atmosphäre der nächsten Tage beigetragen hat. Unsere Versuche des Kanufahrens gestalteten sich dabei mehr oder weniger schwierig, wenngleich es niemanden gelang, das Herauffahren der Stromschnellen zu meistern. Aber warum auch, die Abfahrt ist sowieso unterhaltsamer. Nach diesen anstrengenden Morgenstunden war man natürlich froh, ein gutes Fußballspiel wie Deutschland-Südkorea genießen zu dürfen, dass die Muskeln und die Nerven wieder entspannt. Einige ganz Verwegene verzichteten jedoch auf dieses Vergnügen in der Gewissheit, dass Deutschland gewinnen würde, um in einigen Runden Extrem-Uno ihre Geduld unter Beweis zu stellen. Am Nachmittag ging es dann erst so richtig los. Auf einer angeblich 7 Kilometer langen Abfahrt sollte die Anwendung des am Morgen gelernten unter Beweis gestellt werden, erneut mit wechselndem Erfolg, jedoch großem Vergnügen. Besonders die Stromschnellen hatten es einigen Waghalsigen angetan, besonders da sie das Boot ohne Zutun der Besatzung beschleunigten. Unsere armen zwei Lehrer wurden gegen Hälfte der Strecke dann in ihrem verzweifelten Kampf ums Mithalten mit den Schülern von Holger alias Crocodile Dundee unterstützt, der unsere Abfahrt leiten sollte und größtenteils schweigend im Kanu saß. Abends wurde dann wieder gemeinsam zum Strand gepilgert, diesmal jedoch ohne Lagerfeuer dafür mit neuen Einsichten in Himmelserscheinungen wie unseren Mond, eine Sternschnuppe und verschiedene Sternbilder. Na gut, eigentlich war uns nur der große (Einkaufs-)Wagen näher bekannt. Am Mittwoch brach dann eine 9-köpfige Gruppe um Herrn Fuchs zu nächtlicher Stunde – zumindest war das geplant … - zu einer ca. 30 km langen Kanutour auf. Frohen Mutes und voller Hoffnung brachen diese mit der Empfehlung des großen Meisters im Ohr, den Weg als das Ziel anzusehen, auf. Doch schon nach wenigen Kilometern wurde klar, dass der Weg nicht das Ziel, sondern vielmehr der Zeg das Wiel sei, was diesen Schwachsinn erklärt. Es gibt für dieses Vertauschen der Anfangsbuchstaben relevanter Wörter eines Satzes auch einen Fachbegriff, doch angesichts der Tatsache, dass nicht jeder Leser in den Genuss eines Deutsch Leistungskurses gekommen sein dürfte, wird als Grund für diese Schöpfung einfach ein Lapsus linguae des Verfassers angegeben. Des Weiteren verlief die Fahrt recht einseitig, da selbst die beeindruckendsten Felsformationen nach der x-ten Kurve anfangen einen zu langweilen. Nun muss in diesem Zusammenhang natürlich noch der Beinahe-Tod eines gewissen Jan L. erwähnt werden. Nach allgemeiner Ansicht war sein kurzer Aufenthalt unter Wasser nach Kentern des Kanus zwar eher ungefährlich, doch seine Reaktion „Wow, ich wär fast gestorben!“ lässt hier anderes vermuten. Nach diesem kleinen Zwischenfall verlief die restliche Fahrt gemütlich, was uns schließlich in den Abendstunden an unseren Zielort brachte. Doch hier erwartete uns eine noch weitaus schwierigere Aufgabe, da das Handy, welches auserkoren war, benutzt zu werden, um unsere Abholung zu beantragen, leider den reißenden Fluten der Ardèche und einer nicht dichten Seglertonne eines nicht näher genannten S. Wolfertz zum Opfer gefallen war. Also musste in einer waghalsigen Telefonaktion erst einmal in Solingen angerufen werden, um dort die Nummer des Reiseleiters zu erfragen, der nach unserem Anruf, er war zu der Zeit irgendwo am Mittelmeer, den Busfahrer informieren konnte, uns abzuholen. Dass auf der Rückfahrt zum Campingplatz einige der waghalsigen Abenteurer vom Schlaf übermannt wurden, ist lediglich ein unbestätigtes Gerücht, auf das hier nicht näher eingegangen werden soll. Die Anderen unter Leitung von Frau Schmitt waren dabei bei der so genannten Canyontour, von der mit Sicherheit mehr zu berichten wäre, als die Tatsache dass Frau Schmitt dabei mehrfach dem Tode näher war als es ihren jungen Jahren angemessen wäre, doch kann ich dazu zu diesem Zeitpunkt nicht viel mehr sagen, als dass die Tour wahrhaftig eindrucksvoll gewesen sein muss, und einigen wohl mächtig imponiert hat. Überraschenderweise ließen wir auch diesem Tag wieder mit einem Besuch am Strand und natürlich weiteren Runden Doppelkopf ausklingen, wobei wieder zahlreiche Füchse (sprich: Tieejer) gefangen wurden. Die Behauptung, dass einige an diesem letzten Abend etwas über die Stränge geschlagen hätten, entbehrt natürlich jeglicher realen Grundlage. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten in den nächsten Tag – fragen Sie mich nicht warum – ging man nun endgültig getrennte Wege. Einige nutzten das Angebot eines Stadtbesuches in Vallon, andere holten die Canyontour unter fachkundiger Anleitung ihrer diese bereits kennenden Mitschüler nach, und ein paar brachen auch noch zu einer weiteren kurzen Kanuabfahrt auf, die jedoch eher zu einem kollektivem Treibenlassen, Schwimmen und Spaß haben ausartete. Und noch eh wir uns recht versahen, war die Zeit gekommen, zu packen, die Zelte wieder abzubauen und die Heimreise anzutreten. Die Aussicht auf eine weitere halbtägliche Busfahrt stimmte uns zwar alle nicht besonders froh, insbesondere da wir uns den viel zu kleinen Bus mit einer Gruppe besonders nerviger, pubertierender Realschüler teilen mussten. (Der Verfasser möchte an dieser Stelle anmerken, dass weder er noch andere Teile des Mathe-Lks irgendwelche generellen Vorurteile gegen Realschüler haben, aber diese erfüllten das Klischee einfach aufs Herrlichste.) Kurz nach 18 Uhr ging die Fahrt dann auch los, mit einem letzten Zwischenstopp an einem Supermarkt um sich endgültig von Frankreich mit allen seinen vielen Vorzügen und eklatanten Nachteilen zu verabschieden, was von einigen auch ausgiebigst genutzt wurde. So ging dann am nächsten Morgen, einem wunderschönen verregneten Freitag in Solingen, unsere Kursfahrt zu Ende. Ich weiß, es hat nicht geregnet, aber zur Unterstreichung der Atmosphäre und der Eigentümlichkeit dieser Kursfahrt war der Regen als Symbol einfach unerlässlich.

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